Bad Langensalza

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Brunnenfest

Im Jahr 2012 feiert Bad Langensalza 200 Jahre Brunnenfest (08.-17.06.2012)!


wichtigste Termine:

09.06.2012 - Experimentalvorlesung im Kultur- und Kongresszentrum (10.00 Uhr)

10.06.2012 - Historischer Brunnenfestumzug durch die Altstadt

16.06.2012 - 23. Brunnenfestturnier im Kegeln

nähere Informationen und weitere Termine finden Sie unter Veranstaltungen und im Jahresüberblick (pdf, 250 KB)


Das alljährlich stattfindende, einwöchige Brunnenfest ist schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Stadt.


Im Jahr 1811 stieß man bei Flussregulierungsarbeiten in den Unstrutauen auf ein trübes aus dem Boden quellendes übel riechendes Nass.

Am 15.06.1811 kam der Chirurg Karl Gottlob Lehmann und ließ das Wasser vom Apotheker Heinrich Wilhelm Brockmann untersuchen. Dieser stellte Schwefelwasserstoffgas fest. Herr Dr. Johann Bartholomäus Tromsdorf erkannte durch genauere Analyse wie viel wertvolle Mineralien und gelöste Gase dieses Wasser enthielt. Tromsdorf ließ verlauten: "Dieses Wasser kann daher mit Recht zu den kräftigsten, salinischen Schwefelwässern Deutschlands gezählt werden."


Aus diesem Grund und zu Ehren der Quellen beging man im Jahre 1812 das erste Brunnenfest, das sich zu einem gänzlich neuen Volksfest entwickelte. Aus den noch erhaltenen Beschreibungen des ersten Brunnenfestes am 2. August 1812 ist bekannt, dass sich etwa 2000 Menschen aller Stände und Geschlechter am Nachmittag jenes Tages an der Schwefelquelle eingefunden hatten. Nach der Zeremonie und Ehrung der Quelle spielten die Stadtmusikanten für das versammelte Volk. In Buden und Zelten wurden Speisen und Getränke verkauft. Das symbolische Schmücken der Schwefelquellen mit Blumen durch weiß gekleidete, mit Kränzen gezierte Mädchen und das gemeinsame Singen der Weihgesänge waren wesentlicher Bestandteil des Brunnenfestes. Von Jahr zu Jahr brachte das Brunnenfest immer mehr Attraktionen mit sich. Im Jahre 1947 fand das erste Brunnenfest nach Kriegsende statt. Seit dieser Zeit hat sich der traditionelle Ablauf des Festes verändert. Der Festumzug führte nun nicht mehr zur Quelle des Schwefelwassers, sodass die Kinder nun ihre Blumengestecke und Kränze an den verschiedensten Brunnen der Stadt, so zum Beispiel wie immer noch üblich, vor dem Rathaus niederlegten.

Während der traditionelle Kinderumzug wie gewohnt am ersten Sonntag im August stattfand, sollte 1956 jedoch der wichtigste Tag ein anderer sein. In der Festsitzung der Gemeindevertreter am 28. Juli 1956 wurde unserer Stadt der Titel „Bad“ verliehen, ein historisches Ereignis nach fast 144 Jahren Kurbetrieb. Seit dieser Zeit heißt die Stadt Bad Langensalza.

Durch die politische und ideologische Ausrichtung im Sinne der SED verloren die Umzüge und die Brunnenfeste jedoch an Anziehungskraft. Selbst die politische Einordnung der Brunnenfeste in Jahrestage der Gründung der DDR, in Parteitage der SED oder andere Ereignisse vermochten jedoch nichts am ursprünglichen Sinn des Festes dauerhaft zu verändern. Das Brunnenfest 1982, zugleich die 1050 Jahrfeier der Ersterwähnung des Ortes, gestaltete sich zu einem besonderen Höhepunkt, nämlich die Vereinigung des traditionellen großen Festumzuges mit dem historischen Festumzug. Auch die neue gezüchtete Rosensorte „Salzajubiläum“ wurde im Rahmen dieser Feierlichkeiten getauft. Rosentaufen sowie weiter Neuzüchtungen der Rosen ließen die langjährige Tradition des Rosenanbaus in unserer Stadt fortsetzen. Seit dem im Jahre 1999 die Wahl der ersten Rosenkönigin stattfand wird der Brunnenfestumzug auch durch die jeweilige königliche Hoheit begleitet.


In der Brunnenfestwoche wird viel Musik und Spaß, Rummel und Unterhaltung für die ganze Familie auf dem Festplatz geboten. Die Bereitschaft vieler Menschen am Festumzug mit eigenen Ideen mitzuwirken, lässt das Brunnenfest und vor allem auch den Festumzug bunter und phantasievoller werden.

So wird es auch in Zukunft gelingen, die Heilwässer in unserer Stadt als einen wichtigen Schatz zu begreifen und den ursprünglichen Charakter des Brunnenfestes zu bewahren.

 

 

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