Das Augustinereremitenkloster
Das Augustinereremitenkloster zu Salza wurde 1280 durch den Stadtherrn Günther von Salza gestiftet. Es bestand bis zu Beginn der Säkularisation in Langensalza im Jahr 1539 und wurde danach aufgelöst. Die Stadt kaufte die gesamte Klosteranlage und richtete im Ostflügel 1541 die erste städtische Schule ein. Die übrigen nicht mehr benötigten Klostergebäude wurden noch im 16. Jahrhundert in wesentlichen Teilen, bis auf den Kirchturm, abgetragen. Der große Stadtbrand 1711 richtete auch im ehemaligen Kloster großen Schaden an.
Die erhaltenen Reste des Augustinerklosters wurden nach 1990 erstmals einer komplexen denkmalpflegerischen Sanierung unterzogen und stellen heute einen wesentlichen Teil der museal genutzten Anlage dar.
Turm der Augustinerkirche
Durch die umfangreichen Sanierungsarbeiten konnte der Turm der ehemaligen Klosterkirche begehbar gemacht und in den Museumsrundgang einbezogen werden. Eine bequeme Holztreppe führt die Besucher den Turm hinauf bis zu einen Höhe von etwa 25 Metern. Von dort aus eröffnet sich eine interessante Aussicht auf die erhaltene Klosteranlage und den historischen Stadtkern von Bad Langensalza.
Kreuzgang und erhaltene Gebäudeteile des Westflügels
Durch umfangreichen Beräumungsarbeiten und den Abriss von Wirtschaftseinbauten des 19. und 20 Jahrhunderts im Kreuzgang wurden die erhaltenen Baureste des Kreuzganges, des Westflügels und angrenzende Mauern gesichert und ergänzt, so dass seit 1995 der Kreuzgang für die Museumsbesucher zugänglich ist.
Jährlich finden dort das Museumsfest und Konzerte statt.
Im Kreuzgang und Hofbereich des Museums werden Plastiken der Bad Langensalzaer Künstler Harald Stieding und Elisabeth Weidemann dauerhaft ausgestellt.
Sakristei
Vom ehemaligen Dormitorium des Klosters sind die Räume im Erdgeschoß des Ostflügels erhalten geblieben. Die so genannte Sakristei war vermutlich eine Kapelle. Seit 1994 kann sie wieder besichtigt werden. Bei der Sanierung wurde die originalgetreue Raumfassung aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts nach Befund rekonstruiert. Die Wände, Gewölbekappen und Kreuzrippen erhielten die spätgotische Farbfassung. Der Steinfußboden und seine Höhe entsprechen weitestgehend dem Originalzustand. Wiederentdeckt wurde auch der bauzeitliche Eingang in die Sakristei. Die Sakristei ist heute der einzige Raum des ehemaligen Augustinerklosters, dessen ursprüngliches Aussehen beinahe vollständig erhalten geblieben ist.



