Hermann von Salza
Hermann von Salza (um 1170 - 20.03.1239) wurde in Langensalza auf Schloß Dryburg, dem heute ältesten Gebäude der Stadt, geboren und am Hof des Landgrafen Hermann von Thüringen erzogen.

Ludwig III. und sein Bruder Hermann I. von Thüringen waren Mitte 1190 bei der Gründung des Deutschen Ordens in Akkon dabei. 1196 trat Hermann von Salza dem Orden bei. Er begleitete Landgraf Hermann I. auf seiner Fahrt nach Sizilien und Palästina, wo der Landgraf im März 1198 in Akkon an der Umwandlung des Deutschen Ordens in einen Ritterorden mitwirkte.
Im Jahre 1210 wurde Hermann von Salza zum vierten Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt. In den Jahren 1211 bis 1212 unternahm er im Auftrag Kaiser Otto IV. eine Visitationsreise in den Orient und nach Zypern. Hermann von Salza nahm als Ordensmeister an den Kreuzzügen von 1217 bis 1221 teil, die mit der schmachvollen Niederlage in Damiette endeten und er einige Zeit Geisel des siegreichen Sultans war. Im Jahre 1220 bereitete er durch Verhandlungen mit Papst Honorius III. die Kaiserkrönung Friedrich II. im November diesen Jahres vor.
Seit 1222 war Hermann von Salza einer der einflussreichsten Berater des Kaisers. So führte er 1223 und 1224 die Verhandlungen um den Dänenkönig Waldemar. Im März 1226 wurde dem Deutschen Orden vom Kaiser mit der Goldbulle von Rimini die Genehmigung erteilt, den Herzog Konrad von Masovien bei der Vertreibung der Pruzzen zu unterstützen und dabei sich eigenes Ordensland schenken zu lassen. Im gleichen Jahr war er auch maßgeblich an der Gewährung der Reichsfreiheit für Lübeck durch Friedrich II. beteiligt.
Anfang 1227 war Hermann von Salza auf Werbetour für den Kreuzzug Friedrichs in seiner Heimat Thüringen. Er war am Schicksalstag Thüringens, am 11. September 1227 in Otranto (Italien) beim sterbenden Landgrafen Ludwig IV. 1229 begleitete Hermann von Salza Kaiser Friedrich II. auf seinem Kreuzzug, bei dem es dem von Papst Gregor IX. gebannten Kaiser gelang, mit persönlicher Unterstützung des Ordensmeister, Jerusalem ohne Blutvergießen wieder zu gewinnen.
Im August 1230 gelang ihm die Versöhnung zwischen Kaiser und Papst. 1233 trat die von Hermann von Salza verfasste Kulmer Landfeste, als erste landesherrliche Verfügung des Deutschen Ordens in Preußen, in Kraft. Im Jahre 1237 bereitete Hermann von Salza die vom Papst begrüßte Vereinigung mit dem Schwertbrüderorden in Livland vor.
Im August 1238 erkrankte Hermann von Salza und begab sich zur Heilung nach Salerno, wo er am Palmsonntag, dem 20. März 1239 verstarb. Sein Grab soll sich in der Ordenskirche San Augustino in Andria befinden.
Redaktionelle Bearbeitung: D. Deubner (www.hermann-von-salza.de - private Homepage)


