Bad Langensalza

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Gottesackerkirche Bad Langensalza

Die Geschichte von einer Begräbniskirche zum glänzenden Veranstaltungsort.

 

Im Jahr 1733 erwirbt die Stadt Langensalza einen kleinen Teil des Geländes des heutigen Arboretums und beginnt mit den Aushubarbeiten für die Errichtung einer Begräbniskirche.

 


Der Bau, welcher damals aus Spendengeldern finanziert wird, beginnt mit der Grundsteinlegung am 30. Mai 1734. Die verwendeten Travertinsteine stammen aus der im 30-jährigen Krieg zerstörten Liebfrauenkirche “St. Beatae Mariae”.
 

 

Schon vor der offiziellen Einweihung am 15. März 1739 findet bereits im Dezember 1738 ein erster Gottesdienst für ein verstorbenes Kind statt. Das Gotteshaus St. Trinitatis wird der “Heiligen Dreifaltigkeit” geweiht und am 22. März 1739 erfolgt die erste Leichenpredigt.

Ein Glockenturm kommt beim Bau nicht zur Ausführung. Der Kanzelaltar im Inneren ist eine Spende des Neustädter Viertels von 1734, die farbliche Ausgestaltung dieses Altars erfolgt durch Ernst Gottlieb Koch im Jahr 1741. Im Jahr 1869 wird die Orgel eingeweiht, eine Orgel des berühmten Orgelbauers Friedrich Erdmann Petersilie.

Ursprünglich überspannt den gesamten Innenraum ein Spiegelgewölbe. Vom Maler Bredschneider sind die Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Christi zu sehen. Neben den beiden Wappen an den Schmalseiten der Wölbung sind an den Langseiten die 12 Apostel und die 4 Evangelisten in ovalen Umrahmungen zu sehen. 1953 - 1956 übermalen die Maler Joachim Hellgrewe und Martin Spröte die einstigen Vorlagen und nach aufwendiger Restauration im Jahr 2009 erstrahlen die Bildnisse nun wieder in neuem Glanz.
 

Der gesamte Bau der Kirche wird durch die Zünfte unterstützt, als einziges heute noch sichtbares Zeichen hierfür ist im Mittelrisalit im westlichen Giebel eine in Stein gehauene offene Schere, das Bild der Tuchmacherzunft zu sehen. Ein weiterer Metallfensterrahmen der Bäckerinnung ist im Stadtmuseum im Augustinerkloster verwahrt.

Das Eingangsportal an der Westseite stammt ebenfalls aus der zerstörten Liebfrauenkirche und es führt zur Gruft der Kirche. Über dem Eingang ist die lateinische Inschrift “TALIS ERIS” zu lesen, zu deutsch “so wirst auch du einst sein” und erinnert somit an das Dasein als Begräbniskirche.

Nach aufwendiger Sanierung der einstigen Gottesackerkirche in den Jahren 2008 und 2009 steht sie nun als Konzertkirche  St. Trinitatis der Öffentlichkeit für Veranstaltungen, Gottesdienste und Konzerte zur Verfügung und ist somit ein neuer und geschichtsträchtiger Ort der Begegnung in Bad Langensalza.

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